2000 bis heute

Zusammengestellt und niedergeschrieben von Erich Gehrlein:

Aus rein geschäftlichen Gründen (Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse usw.), machte sich die Leichtathletikabteilung im Jahre 2001 selbständig und gründete als LG Rülzheim einen eigenen Verein. Nach wie vor werden die Sportanlagen gemeinsam genutzt und zahlreiche LG-Mitglieder sind auch weiterhin Mitglied im Sportverein. Beide Vereine gehen sehr respektvoll und freundschaftlich miteinander um.

Zum Heimatfest 2005 musste die Vorstandschaft mangels eines geeigneten Hofes kreativ werden: Mit vielen Helfern wurde im Sparkassenbereich inmitten der Festmeile mottogemäß („Das Wunder von Bern“) eine Nachbildung der WM-Tribüne von 1954 auf- bzw. nachgebaut und mit zahlreichen Infos über die WM und deren Teilnehmer ausgestattet. Unzählige Male am Tag wurde der legendäre Live-Kommentar von Herbert Zimmermann abgespielt, was besonders unter den zahlreichen jungen Gästen immer wieder Begeisterung hervorrief. Am Umzug beteiligte sich der Sportverein mit mehreren Fußgruppen in historischen WM-Trikots sowie einem Mottowagen mit der Nachbildung des Berner WM-Stadions. Höhepunkt während der Festtage war zweifelsohne der Besuch von Horst Eckel, der in der WM-Mannschaft 1954 stand und inzwischen, nach Fritz Walters Tod, der bekannteste und gefragteste Spieler der WM-Elf und des 1.FC Kaiserslautern ist. Bereitwillig und gerne gab er den hunderten Interessierten Auskunft über dieses historische Ereignis und erfreute Jung und Alt, indem er unermüdlich Autogramme schrieb.

In den Jahren 2007 und 2008 musste, das 1983/84 erbaute Clubhaus nach 25 jähriger intensiver Nutzung vollständig renoviert werden. Zahlreiche freiwillige Helfer, immer wieder durch den 1.Vorsitzenden Jürgen Deutsch motiviert, versetzten die gesamte Anlage wieder in einen zeitgemäßen Zustand. Angefangen wurde bei der Küche: Neue Decke, neuer Fußbodenbelag, Malerarbeiten und eine neue Einrichtung waren hier erforderlich, um auch den amtlich geforderten Auflagen gerecht zu werden.
Der Clubraum wurde ebenfalls neu gefliest und gestrichen, die Theke restauriert und mit einem Raumteiler wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Spieler- oder Vorstandssitzungen im Nebenraum abzuhalten. Die größte Herausforderung war allerdings der Sanitärbereich: Hier wurden Wände versetzt und neue Duschen und Umkleideräume für die Sportler geschaffen. Mit einem „Tag der offenen Tür“ wurde die „neue“ Anlage vorgestellt und für die Nutzung freigegeben.

Nachdem sich der Verein nach dem Abstieg in die Kreisliga (vormals B-Klasse) auf einem niedrigeren Niveau bewegen musste, gelang in der Spielsaison 2006/2007 der große Wurf:
Nachdem zwischenzeitlich die Ligen neu eingeteilt und für die Reservemannschaften eigene Klassen geschaffen worden waren, schafften in der Saison 2006 / 2007 gleich beide Mannschaften den Aufstieg in die nächsthöhere Liga.
Die 1b-Mannschaft schaffte die Meisterschaft in ihrer Klasse und somit den damit verbundenen Aufstieg in die Kreisliga.
Die 1.Mannschaft tat sich da schon etwas schwerer, denn als Tabellenzweiter musste man in die Relegationsspiele, und erst in einem grandiosen dritten Entscheidungsspiel in Insheim konnte sich die SVR-Mannschaft erfolgreich durchsetzen und das angestrebte Ziel, den Aufstieg in die Bezirksklasse, erreichen. Die anschließende gemeinsame Meister- und Aufstiegsfeier hatten sich die Spieler und Verantwortlichen dann auch mehr als verdient.

Das Jahr 2007 stand aber nicht nur im Zeichen der Clubhaussanierung. So wurde parallel dazu in beispiellosem Einsatz und Engagement zwischen der Turnhalle und der Schule ein Kleinfeld mit Kunstrasenbelag geschaffen. Zahlreiche Helfer aus Vorstandschaft und Mitgliedern erbrachten hier Eigenleistungen, die vorher in der Gesamtplanung mit 20.000,- bis 25.000.- Euro beziffert wurden. Die Anlage wird gleichermaßen von der Schule und dem Sportverein genutzt.

2008 wurde dazu noch ein Beachvolleyballfeld vor dem alten Clubhaus angelegt.
Bemerkenswert, dass zwischen all diesen Arbeiten und Ereignissen immer noch die Zeit blieb, neben dem Clubhaus einen Kinderspielplatz anzulegen und die Terrasse neu zu gestalten.

2010 wurde dann das erfolgreichste Jahr in der 90-jährigen Geschichte des SV Rülzheim Schon früh in der Spielsaison 2009/2010 übernahm die junge SVR-Mannschaft die Tabellenführung in der Bezirksklasse, die sie bis zum Schluss nicht mehr abgab und mit einem sensationellen Vorsprung von 15 Punkten vor dem Rivalen Phönix Bellheim Meister wurde und in die Bezirksliga aufstieg (die höchste Spielklasse, die je eine SVR-Mannschaft erreichte).
Nicht zu vergessen ist die ebenfalls sehr junge 1b-Mannschaft, die sich nun schon seit 2007 in der Kreisliga, in der zahlreiche Vereine der Nachbarschaft mit ihren 1. Mannschaften vertreten sind, erfolgreich behauptete und sich durch großen Kampf schon vorzeitig den Klassenerhalt sicherte.

Im Rahmen mehrerer Veranstaltungen wurden diese Erfolge im Rahmen des 90-jährigen Bestehens des SV Rülzheim von allen Seiten gewürdigt. Als Lohn ihrer Arbeit konnte die Vereinsführung dann den „frischgebackenen“ Meister der 2.Bundesliga und Aufsteiger in die 1.Bundesliga, den 1.FC Kaiserslautern, mit all seinen Stars, für ein Freundschaftsspiel gegen den SVR (nur verstärkt mit vier Gastspielern), nach Rülzheim holen. Alles was man sich von diesem Event erhofft hatte, wurde dann noch übertroffen.
In einem begeisternden Spiel vor einer stattlichen Kulisse konnte sich der Bundesligist gegen eine toll spielende und kämpfende SVR-Mannschaft mit 5:1 Toren durchsetzen.

Aber damit war das Jahr 2010 noch lange nicht gelaufen: Im August beteiligte sich der Sportverein sehr erfolgreich am turnusmäßigen Heimatfest der Kulturgemeinde Rülzheim. Wie bereits fünf Jahre zuvor wurde mit sehr großem Aufwand auf dem Sparkassengelände unter dem Motto „Rülzheimer Vielfalt“ die SVR-Schänke aufgebaut und mit vielen fleißigen Vereinsmitgliedern und Freunden des Vereins über zwei Wochenenden erfolgreich bewirtschaftet. Ebenso beteiligte sich der SVR mit Mottowagen und Fußgruppen am historischen Umzug.

Erstmals in seiner Vereinsgeschichte startete der Sportverein mit einer Damenmannschaft in die Spielsaison 2010/2011. Die Damen machten ihre Sache sehr gut. Kontinuierlich wurden die Leistungen gesteigert, so dass man mit den Platzierungen und dem Zuschauerzuspruch sehr zufrieden sein konnte.
Im Jahr 2011 konnte sich der Verein über eine „neue“, leistungsfähigere Flutlichtanlage freuen, die selbst Spiele in den Abendstunden auf einem hell erleuchteten Spielfeld zulässt. Die Gemeinde ließ die Anlage von „schwachen“ 40 Lux auf für den Spielbetrieb erforderliche 200 Lux umbauen.

Ein weiterer Höhepunkt 2011 war die Umbenennung des Stadions von „An der Rülzheimer Straße“ in „Peter-Becht-Stadion“. Gemäß des einstimmigen Beschlusses des Gemeinderates übergab Bürgermeister Reiner Hör am 09. Oktober 2011 im Rahmen einer Feierstunde im Clubhaus die Verleihungsurkunde an den Namensgeber Peter Becht. Er würdigte dessen große Verdienste, speziell für den Sportverein, dem er seit seiner Kindheit angehört, aber auch für viele Vereine der Kulturgemeinde, die er seit vielen Jahren schon unterstützt.

Ob in der Presse, dem Heimatbrief oder der SVR-Stadionzeitung „Lilablut“: Überall wurde dieses „Event“ schon frühzeitig angekündigt – „Die Höhner“ kommen nach Rülzheim in die Dampfnudel. Mutig hatten sich die Verantwortlichen des Vereins dieser großen Aufgabe gestellt und die Kölner Kultband hatte dann auch ohne langes Zögern den Vertragsverhandlungen zugestimmt und sich mit dem SVR auf einen Auftritt am 23.November 2012 geeinigt. Nach Ende des Konzerts waren alle rundum zufrieden: Die Künstler waren voll des Lobes über die Annehmlichkeiten der Dampfnudel und die Begeisterung der Gäste, und der Sportverein war sehr glücklich über die zahlreichen Besucher und das Lob von allen Seiten.

Über die Spielsaisons 2010/2011 und 2011/2012 gibt es ebenfalls nur positives zu berichten.
Die erste Mannschaft konnte sich in der Bezirksliga jeweils im ersten Drittel der Tabelle festsetzen und zur Winterpause der Saison 2012/2013 belegt man einen sehr guten und aussichtsreichen zweiten Tabellenplatz.
Der SVR II konnte 2011/2012 schon vorzeitig den Klassenerhalt in der Kreisliga sichern und belegt zur Winterpause 2012/2013 einen hervorragenden dritten Platz.
Auch die Frauenabteilung, die Jugendabteilung sowie die Alte-Herren-Abteilung können über zwei erfolgreiche Jahre berichten.